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Frage:

Wann gibt es den steuerlichen Kinderfreibetrag? [13005]

Antwort:

Die Antwort ist unterteilt, bitte wählen Sie aus:

Allgemeine Informationen
Zuständige Stelle
Voraussetzung
Verfahrensablauf
Erforderliche Unterlagen
Frist/Dauer
Kosten/Leistung
Sonstiges
Rechtsgrundlage

Allgemeine Informationen

Der Kinderfreibetrag ist ein steuerlicher Freibetrag. Hiermit sollen Steuerpflichtige mit Kindern gegenüber Steuerpflichtigen ohne Kinder mit gleichem Einkommen steuerlich entlastet werden, da sie für den Unterhalt und die Ausbildung ihrer Kinder Aufwendungen zu tragen haben.

Der Kinderfreibetrag beträgt für steuerlich zu berücksichtigende Kinder derzeit bis zu EUR 2.184 jährlich. Hinzu kommt noch ein Betrag von bis zu EUR 1.320 für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf. Die Beträge verdoppeln sich bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden.

Achtung: Nicht zu verwechseln ist der Kinderfreibetrag mit dem Kindergeld. Ab dem Monat der Geburt des Kindes wird monatlich Kindergeld ausbezahlt. Sie erhalten entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag, je nachdem, was für Sie günstiger ist.

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer prüft das Finanzamt von Amts wegen, ob anstelle des Kindergeldes für das einzelne Kind ein Kinderfreibetrag abzuziehen ist. Dabei kommt die Berücksichtigung eines Kinderfreibetrags nur in den Fällen in Betracht, in denen das Kindergeld die verfassungsrechtlich gebotene Freistellung der zwangsläufigen Unterhaltsaufwendungen für das Kind nicht gewährleisten kann.

Im Ergebnis bedeutet das: Durch die Berücksichtigung eines Kinderfreibetrags bei der Veranlagung zur Einkommensteuer muss sich aufgrund der Höhe des zu versteuernden Einkommens eine höhere Steuerentlastung für den Steuerpflichtigen ergeben, als durch das Kindergeld bislang erreicht wurde. Ist das der Fall, wird der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung abgezogen und die Einkommensteuer um den Anspruch auf Kindergeld erhöht. 

Hinweis: Bei Getrenntlebenden, Geschiedenen sowie Eltern nichtehelicher Kinder bleibt es bei der grundsätzlichen Halbteilung des Kinderfreibetrages.

Zuständige Stelle

Das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen.

Voraussetzung

Als Kinder werden berücksichtigt:

  • im ersten Grad mit Ihnen verwandte Kinder (eheliche, für ehelich erklärte, uneheliche und angenommene Kinder)
  • Kinder des Ehegatten (Stiefkinder) und Enkelkinder, die Sie in Ihren Haushalt aufgenommen haben
  • Pflegekinder, mit denen Sie durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden sind

bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Darüber hinaus können Kinder nur noch unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.
Weitere Informationen finden Sie dazu bei der Frage "Unter welchen Voraussetzungen kann ich für ein Kind über 18 Jahren Kindergeld bzw. Freibeträge für Kinder erhalten und wie viel darf das Kind verdienen?"[061].
Verfahrensablauf

Für die Prüfung im Rahmen der Einkommensteuererklärung ist kein Antrag notwendig. Wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung abgeben, prüft Ihr Finanzamt von Amts wegen bei jedem Ihrer Kinder, ob für Sie die Ansetzung des Kinderfreibetrages günstiger ist als das Kindergeld. Der Steuerbescheid enthält eine entsprechende Bemerkung hierzu.

Sie können auf Ihrer Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011   auch einen Kinderfreibetrag eintragen lassen. Dann ist ein Antrag notwendig, das Formular erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt. Sie zahlen dann zwar nicht weniger Einkommensteuer im Voraus, aber weniger Kirchensteuer und weniger Solidaritätszuschlag. 

Tipp: Ob die Eintragung für Sie sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Finanzamt klären.

Hinweis: Informationen über den Antrag zur Änderung von Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte/Ersatzbescheinigung 2011 finden Sie bei der Frage "Welche Stelle trägt die Kinder auf der Lohnsteuerkarte/Ersatzbescheinigung 2011 der Eltern ein?" [124].

Erforderliche Unterlagen

Angaben zu den Kindern in der Steuererklärung auf der "Anlage Kind". Je nach Fall sind weitere Unterlagen erforderlich (z.B. Nachweise über den Schulbesuch und die Einkünfte von volljährigen Kindern, die noch in Ihrem Haushalt leben und die sich in einer Ausbildung befinden).

Die Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011 wird für die Eintragung eines Freibetrags benötigt.

Frist/Dauer

Da die Prüfung im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung erfolgt, gelten die für die Abgabe der Einkommensteuererklärung geltenden Fristen. Grundsätzlich muss die Einkommensteuererklärung eines Jahres jeweils bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden.

Anträge auf Eintragung eines Steuerfreibetrags oder eines höheren Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011 für das laufende Jahr müssen Sie bis spätestens 30. November stellen. Danach kann ein Antrag auf Steuerermäßigung nur noch bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer berücksichtigt werden.

Kosten/Leistung

Es entstehen keine Gebühren oder sonstige Kosten.

Sonstiges

Auskünfte erteilt das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen. Im Service Center des Finanzamts erhalten Sie die Broschüre "Steuertipps für Familien" mit weiteren Informationen. Diese Broschüre können Sie auch auf den Internetseiten des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg unter >Publikationen >Steuerratgeber aufrufen und herunterladen bzw. die gedruckte Version können Sie dort auch kostenlos bestellen.

Rechtsgrundlage

  • § 31 Einkommensteuergesetz (EStG) - Familienleistungsausgleich
  • § 32 Einkommensteuergesetz (EStG) - Kinder, Freibeträge für Kinder
  • § 39 Einkommensteuergesetz (EStG) - Lohnsteuerkarte
  • § 52b Einkommensteuergesetz (EStG) i.d.F. des JStG 2010 – Übergangsregelungen bis zur Anwendung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale

Hinweis: Sie können den o.g. Gesetzestext auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Justiz aufrufen. Bitte beachten Sie auch die dort aufgeführten Erläuterungen zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes.

[0203 3003]

 

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