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Frage:

Wann muss ich Grunderwerbsteuer zahlen und wie hoch ist diese? [21001]

Antwort:

Die Antwort zur "Grunderwerbsteuer" ist nach folgenden Themen gegliedert (bitte wählen Sie aus):

Allgemeine Informationen
Zuständige Stelle
Verfahrensablauf
Erforderliche Unterlagen
Kosten/Leistung
Sonstiges
Rechtsgrundlage

Allgemeine Informationen
Wenn Sie in Baden-Württemberg ein Grundstück kaufen oder durch andere Rechtsgeschäfte erwerben, müssen Sie Grunderwerbsteuer zahlen. Der Steuersatz beträgt 5,0 Prozent.

Achtung: Haben Sie Ihr Grundstück vor dem 05. November 2011 erworben (z.B. durch den Abschluss eines notariellen Kaufvertrags), beträgt der Steuersatz 3,5 Prozent.

Keine Grunderwerbsteuer fällt an, wenn Sie ein Grundstück

• erben oder geschenkt bekommen,

• Ihrem Ehemann oder Ihrer Ehefrau beziehungsweise Ihrem eingetragenen Lebenspartner oder Ihrer eingetragenen Lebenspartnerin abkaufen,

• im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung Ihrem früheren Ehemann oder Ihrer früheren Ehefrau beziehungsweise nach der Aufhebung der Lebenspartnerschaft Ihrem früheren eingetragenen Lebenspartner oder ihrer früheren eingetragenen Lebenspartnerin abkaufen,

• von den Großeltern, Eltern, Kindern (auch Stiefkindern) oder Enkeln sowie von deren Ehemännern oder Ehefrauen bzw. deren Lebenspartnern oder Lebenspartnerinnen erwerben,

• im Rahmen der Nachlassteilung als Miterbe oder Miterbin erhalten (dem Miterben oder der Miterbin steht dessen Ehefrau oder deren Ehemann bzw. dessen eingetragener Lebenspartner oder deren eingetragene Lebenspartnerin gleich) oder

• kaufen und der Kaufpreis 2.500 Euro nicht übersteigt.

Zuständige Stelle
für die Besteuerung ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das Grundstück befindet.

Verfahrensablauf
Wer ein Grundstück erwirbt oder veräußert, muss Grunderwerbsteuer zahlen. Die Grunderwerbsteuer entsteht bereits mit dem Abschluss des notariellen Kaufvertrages. Meistens vereinbaren die Parteien vertraglich, dass die kaufende Partei die Steuer zahlt. Das Finanzamt setzt daher zuerst gegenüber dieser Partei die Grunderwerbsteuer mit Steuerbescheid fest. 

Hinweis: Zahlen die Käufer oder Käuferinnen nicht, kann sich das Finanzamt auch an die Verkaufenden wenden.

Erforderliche Unterlagen
Keine; Der Notar/die Notarin ist gesetzlich verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt eine Abschrift des notariellen Vertrages zu übersenden.

Kosten/Leistung
Die Höhe der Grunderwerbsteuer richtet sich nach dem Kaufpreis für das unbebaute, bebaute oder noch zu bebauende Grundstück.

Das Finanzamt berücksichtigt bei der Berechnung auch

  • die von den Käufern übernommenen sonstigen Leistungen (z.B. übernommene Vermessungskosten und Kosten für die Beschaffung von Katastermaterial) und
  • die der verkaufenden Partei vorbehaltenen Nutzungen. (z.B. Nießbrauchs- oder Wohnrechte).

Hinweis: In Sonderfällen richtet sich die Steuer nach dem Grundbesitzwert (z.B. bei der Übertragung von Anteilen an Gesellschaften mit Grundbesitz).

Sonstiges
Wenn Sie die Grunderwerbsteuer beglichen haben, erhält der Notar/die Notarin bzw. das Grundbuchamt vom Finanzamt eine Bescheinigung, dass Ihrer Eintragung im Grundbuch steuerliche Bedenken nicht entgegen stehen (Unbedenklichkeitsbescheinigung). Erst wenn dem Grundbuchamt diese Bescheinigung vorliegt, darf es Sie in das Grundbuch eintragen.

Rechtsgrundlage
Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG)

Hinweis:

  • Hier finden Sie das Gesetz über die Festsetzung des Steuersatzes der GrESt für Baden-Württemberg.
  • Hier finden Sie den Text des GrEStG.
  • Bitte beachten Sie dazu die vom Bundesministerium der Justiz zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes veröffentlichten Erläuterungen.

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