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Wie wird ein Kind nach der Geburt bei den ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) berücksichtight?  [31011]

Antwort:

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Allgemeine Informationen
Zuständige Stelle
Gebühren/Kosten
Rechtsgrundlage

Allgemeine Informationen
Der Staat entlastet Eltern finanziell bei der Erziehung der Kinder, indem er Kindergeld an sie zahlt beziehungsweise ihnen steuerliche Freibeträge gewährt.

Das Finanzamt prüft im Rahmen der Einkommensteuererklärung von Amts wegen, was im jeweiligen Fall im abgelaufenen Kalenderjahr für den Betroffenen günstiger ist. Hierfür wird eine Vergleichsberechnung zwischen Kindergeld und steuerlichem Kinderfreibetrag bzw. Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf durchgeführt.

Im laufenden Kalenderjahr wird nur Kindergeld gezahlt. Der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf sind bis auf einen Ausnahmefall (Bildung eines Freibetrags durch das Finanzamt, wenn für das Kind kein Kindergeldanspruch besteht) bei der Berechnung der Lohnsteuer nicht zu berücksichtigen.

Die Freibeträge für Kinder wirken sich jedoch auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer aus. Daher ist die Zahl der Kinderfreibeträge bei Bildung der ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) trotzdem von Bedeutung. Nur dann kann Ihr Arbeitgeber diese Abzugsbeträge richtig berechnen.

Hinweis zu ELStAM:
Die für das Lohnsteuerabzugsverfahren maßgebenden Merkmale, wie Steuerklasse, ggf. Faktor, Zahl der Kinderfreibeträge, andere Freibeträge, aber auch das Kirchensteuermerkmal werden von der Finanzverwaltung für alle Arbeitnehmer in einer zentralen Datenbank gespeichert. Die Finanzverwaltung stellt auf Basis dieser Daten die Lohnsteuerabzugsmerkmale den Arbeitgebern zum elektronischen Abruf bereit. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.elster.de.

Im Inland ansässige Kinder werden bis zum Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie das 18. Lebensjahr vollenden, durchgehend berücksichtigt. Ändert sich die Zahl der Kinderfreibeträge zu Ihren Gunsten, z.B. bei Geburt eines Kindes, wird dies von der Finanzverwaltung regelmäßig aufgrund der Mitteilung der Gemeinde als ELStAM berücksichtigt.

Zuständige Stelle:
Grundsätzlich sind die Finanzämter Ansprechpartner, wenn es um die Änderung von Steuerklassen oder anderen Lohnsteuerabzugsmerkmalen geht. Für die Verwaltung der Meldedaten, z. B. Familienstand, Heirat, Geburt, Kirchenein- oder -austritt, sind weiterhin die Gemeinden zuständig. Das bedeutet, dass die Finanzverwaltung die ELStAM nur richtig bilden kann, wenn Sie Ihrer gesetzlichen Meldepflicht nachkommen und die Geburt Ihres Kindes bei Ihrer Wohnsitzgemeinde anzeigen. Nur dann kann die Gemeinde die betreffenden Daten an die Finanzverwaltung senden..

Denken Sie daran, die ELStAM von Ihrem Finanzamt umgehend ändern zu lassen, falls die Zahl der Kinderfreibeträge von den tatsächlichen Verhältnissen zu Ihren Gunsten abweicht. Ist die Zahl der Kinderfreibeträge für Kinder unter 18 Jahren niedriger als es den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, werden die ELStAM auf Ihren Antrag hin von Ihrem Finanzamt geändert.

Gebühren/Kosten 
Es entstehen keine Gebühren oder sonstige Kosten.


 
§ 39 Einkommensteuergesetz (EStG) – Lohnsteuerabzugsmerkmale
§ 39e EStG  – Verfahren zur Bildung und Anwendung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale
  

Hinweis:

Bei den Finanzämtern liegt die Broschüre "Steuertipps für Familien" mit weiteren Informationen aus. Diese Broschüre können Sie auch auf den Internetseiten des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg unter > Publikationen > Steuerratgeber aufrufen und herunterladen bzw. die gedruckte Version können Sie auch dort bestellen.

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