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Frage:

Kann mein über 18 Jahre altes Kind noch im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt werden? [31009]

Antwort:

Die Antwort ist nach folgenden Themen gegliedert (bitte wählen Sie aus).

Allgemeine Informationen
Zuständige Stelle
Voraussetzung
Verfahrensablauf
Erforderliche Unterlagen
Frist/Dauer
Kosten
Sonstiges
Rechtsgrundlage


Für Kinder über 18 Jahren wird vom Finanzamt auf Antrag die Zahl der Kinderfreibeträge als ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) – ggf. für mehrere Jahre – gebildet, wenn die unten stehenden Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdings wirkt sich die Bildung als ELStAM grundsätzlich nur auf den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer aus. Eine Auswirkung auf die Lohnsteuer ergibt sich nicht. Während des Kalenderjahrs wird ausschließlich Kindergeld als Steuervergütung gewährt. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer prüft das Finanzamt von Amts wegen, ob für das jeweilige Kind anstelle des Anspruchs auf Kindergeld die Freibeträge für Kinder günstiger sind. Dies ist dann der Fall, wenn durch den Ansatz der Freibeträge für Kinder die Steuerersparnis höher ist, als der Anspruch auf Kindergeld.

Hinweis:
Zur Berücksichtigung von Kindern bei Alleinerziehenden wird zusätzlich auf die Ausführungen zur Frage   „Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich die Steuerklasse II? [31005]" verwiesen.


Das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen.


Die Berücksichtigung eines Kinderfreibetrags erfolgt für volljährige Kinder

bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, wenn sie ohne Beschäftigung und bei einer Agentur für Arbeit im Inland als Arbeitsuchende gemeldet sind,

bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn sie
• für einen Beruf ausgebildet werden (darunter ist auch die Schulausbildung zu verstehen) oder
• sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten befinden, die u.a. zwischen zwei Ausbildungsabschnitten liegt oder
• eine Berufsausbildung mangels eines Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können oder
• ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, einen europäischen oder entwicklungspolitischen Freiwilligendienst oder einen Freiwilligendienst aller Generationen im Sinne von § 2 Abs. 1a Siebtes Buch Sozialgesetzbuch oder einen Bundesfreiwilligendienst oder einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst leisten oder einen anderen Dienst im Ausland (§5 Bundesfreiwilligendienstgesetz) leisten

über das 21. oder 25. Lebensjahr hinaus, wenn sie ohne Beschäftigung und bei einer Agentur für Arbeit im Inland als Arbeitsuchende gemeldet sind bzw. für einen Beruf ausgebildet werden oder sich in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens vier Monaten befinden und den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet haben oder sich freiwillig für eine Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet haben oder sich anstelle des gesetzlichen Grundwehrdienst freiwillig für eine Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet haben oder die eine vom gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer ausgeübt haben, für die Dauer dieser Dienste, höchstens für die Dauer des inländischen gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienstes.

Über 18 Jahre alte Kinder werden grundsätzlich bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums berücksichtigt. Darüber hinaus werden Kinder nur berücksichtigt, wenn sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Unschädlich ist in diesem Zusammenhang eine Erwerbstätigkeit des Kindes mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von maximal 20 Stunden, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (sog. „Mini-Job“).

Behinderte Kinder

Für Kinder über 18 Jahre kann auf Antrag vom Finanzamt ein Kinderfreibetrag berücksichtigt werden, wenn diese wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Dies gilt auch für Kinder, die älter als 25 Jahre sind, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist. Kinder, die wegen einer vor dem 1. Januar 2007 in der Zeit ab der Vollendung ihres 25. Lebensjahres und vor Vollendung ihres 27. Lebensjahres eingetretenen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, werden auch weiterhin berücksichtigt.

Hinweis: Bei den Finanzämtern liegen Broschüren mit dem Titel "Steuertipps für Menschen mit Behinderung" und "Steuertipps für Familien" aus. Dort finden Sie auch weitere Erläuterungen. Diese Broschüren können Sie auch auf den Internetseiten des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg unter   Publikationen >Steuerratgeber aufrufen und herunterladen bzw. die gedruckte Version können Sie dort auch kostenlos bestellen.

Verfahrensablauf


Sie stellen einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung. Antragsvordrucke erhalten Sie im Internet oder beim Finanzamt. Den Antrag können Sie persönlich oder schriftlich per Post stellen. 

Bei einer persönlichen Abgabe Antrags für das Jahr 2018 wird der Kinderfreibetrag in der Regel gleich bei den ELStAM vermerkt. Der Arbeitgeber kann den Kinderfreibetrag mit der nächsten Änderungsliste im Folgemonat abrufen.

Erforderlicche Unterlagen


Dem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung sind Ausbildungsnachweise (z.B. Schulbescheinigung, Immatrikulationsbescheinigung, Ausbildungsvertrag) beizufügen.

Frist/Dauer


Der Antrag für das Kalenderjahr 2018 kann nur bis zum 30. November 2018 gestellt werden.

Kosten
Es entstehen keine Gebühren oder sonstige Kosten.


Auskünfte erteilt das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen.

Rechtsgrundlage

§ 32 Einkommensteuergesetz (EStG) - Kinder, Freibeträge für Kinder
§ 39 EStG  - Lohnsteuerabzugsmerkmale

 

Sie können das gesamte Einkommensteuergesetz hier aufrufen. Bitte beachten Sie dazu die vom Bundesministerium der Justiz zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes veröffentlichten Erläuterungen.

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