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Frage:

Was ist Wohnungsbauprämie und wie bekomme ich diese? [35001]

Antwort:

Die Antwort ist unterteilt, bitte wählen Sie aus:

Allgemeine Informationen
Voraussetzung
Verfahrensablauf
Erforderliche Unterlagen
Frist/Dauer
Kosten/Leistung
Sonstiges
Rechtsgrundlage

Allgemeine Informationen

Die Wohnungsbauprämie beträgt jährlich 8,8 Prozent Ihrer Ausgaben zur Förderung des Wohnungsbaus. Dies sind beispielsweise

  • Einzahlungen auf einen Bausparvertrag oder 
  • Aufwendungen für den ersten Erwerb von Anteilen an einer Bau- und Wohnungsgenossenschaft.

Maximal werden als Ausgaben zur Förderung des Wohnungsbaus zugrunde gelegt:

  • 512 Euro, wenn Sie ledig sind oder
  • 1.024 Euro, wenn Sie verheiratet sind oder eine Lebenspartnerschaft begründet haben

Voraussetzung

Wohnungsbauprämie können Sie beantragen, wenn

  • Sie spätestens am Ende des Sparjahres 16 Jahre alt geworden sind,
  • Ihr zu versteuerndes Einkommen für das Sparjahr laut Einkommensteuerbescheid nicht höher ist als 25.600 Euro und
  • Sie Ausgaben zur Förderung des Wohnungsbaus getätigt haben.

Hinweis: Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, beträgt die Einkommensgrenze 51.200 anstatt 25.600 Euro. Das gleiche gilt für Personen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden.

Achtung: Bei den Ausgaben zur Förderung des Wohnungsbaus darf es sich nicht um vermögenswirksame Leistungen (VL) handeln, für die Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage besteht. Können Sie keine Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen, beispielsweise weil Sie die Einkommensgrenzen überschreiten, können die VL in den Antrag auf Wohnungsbauprämie einbezogen werden.

Sie können nicht für vermögenswirksame Leistungen gleichzeitig Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie erhalten.

Verfahrensablauf

Die Wohnungsbauprämie müssen Sie bei Ihrem Anlageinstitut beantragen. Nutzen Sie dafür den Vordruck, den Ihnen Ihr Anlageinstitut zusammen mit dem Jahreskontoauszug zugeschickt hat.

Altverträge (vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen):

Die Wohnungsbauprämie ist bei Zahlungen auf einen Bausparvertrag erst fällig, wenn die gesetzliche Sperrfrist von sieben Jahren abgelaufen oder über die Ansprüche aus dem Vertrag unschädlich verfügt worden ist. Sollten Sie innerhalb der siebenjährigen Sperrfrist über das angesammelte Guthaben in schädlicher Weise verfügen, entfällt der Anspruch auf Wohnungsbauprämie. Schädlich verwenden heißt, Sie verwenden die Gelder nicht unverzüglich und unmittelbar für den Wohnungsbau.

Neuverträge (ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen):

Die bisher nach Ablauf der Sperrfrist zulässige Verwendung des Guthabens auch für andere, nicht wohnwirtschaftliche Zwecke, ist für Neuverträge ab 2009 ausgeschlossen. Die Prämie wird nur noch dann gewährt, wenn das Kapital bei Auszahlung unmittelbar wohnwirtschaftlich verwendet wird.

Ausnahme: Wer bei Abschluss seines Bausparvertrages noch nicht älter als 25 Jahre ist, kann nach frühestens sieben Jahren prämienunschädlich über den gesamten Guthabenbetrag verfügen. Diese Ausnahmeregelung kann von jedem Sparer nur einmal in Anspruch genommen werden.

Hinweis: Die Wohnungsbauprämie ist nicht einkommensteuerpflichtig.

Altverträge (vor dem 01.01.2009 abgeschlossenen):
Die Wohnungsbauprämie ist (z.B. bei Zahlungen auf einen Bausparvertrag) erst fällig, wenn die gesetzliche Sperrfrist von sieben Jahren abgelaufen oder über die Ansprüche aus dem Vertrag unschädlich verfügt worden ist. Sollten Sie innerhalb der siebenjährigen Sperrfrist über das angesammelte Guthaben in "schädlicher" Weise verfügen, das heißt die Gelder nicht unverzüglich und unmittelbar für den Wohnungsbau verwenden, entfällt der Anspruch auf Wohnungsbauprämie.

Neuverträge (ab dem 01.01.2009 abgeschlossen):
Die Wohnungsbauprämie wird erst bei wohnwirtschaftlicher Verwendung ausbezahlt.
Die Prämie wird nur noch dann gewährt, wenn das Kapital bei Auszahlung unmittelbar wohnwirtschaftlich verwendet wird. Die bisher nach Ablauf der Sperrfrist zulässige Verwendung des Guthabens auch für andere, nicht wohnwirtschaftliche Zwecke, ist für Neuverträge ab 2009 ausgeschlossen. Ausnahme: Wer bei Abschluss seines Bausparvertrages das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, kann nach frühestens sieben Jahren prämienunschädlich über den gesamten Guthabenbetrag verfügen. Diese Ausnahmeregelung kann von jedem Sparer aber nur einmal in Anspruch genommen werden.  

Die Wohnungsbauprämie gehört – wie die Arbeitnehmer-Sparzulage – nicht zu den steuerpflichtigen Einnahmen.

Erforderliche Unterlagen
Antragsvordruck, der Ihnen von Ihrem Anlageinstitut zusammen mit dem Jahreskontoauszug zugeleitet wird.

Frist/Dauer

Sie müssen den Antrag bis zum zweiten Jahr nach Ablauf des Sparjahres beim Anlageinstitut, beispielsweise der Bausparkasse, stellen.

Kosten/Leistung
Es entstehen keine Gebühren oder sonstige Kosten.

Sonstiges
Auskünfte zur Wohnungsbauprämie erteilt auch das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen.

Rechtsgrundlage
Wohnungsbau-Prämiengesetz vom 30.10.1997, BGBl I S. 2678,  zuletzt geändert durch das Gesetz zur Anpassung steuerlicher Regelungen an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vom 18.07.2014 (BGBl I S. 1042).



Sie können den Gesetzestext auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Justiz aufrufen. Bitte beachten Sie auch die dort aufgeführten Erläuterungen zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes.

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